Extremismus

Zwei weitere NSU-Unterstützer kommen frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) freigelassen

- . Die Haftbefehle gegen Carsten S. und Matthias D. seien aufgehoben worden, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Carsten S. habe ein umfangreiches Geständnis abgelegt, zudem bestehe keine Fluchtgefahr. Bei Matthias D. hätten sich die Verdachtsmomente als nicht stichhaltig genug erwiesen.

In der vergangenen Woche hatte der Bundesgerichtshof bereits Holger G. auf freien Fuß gesetzt. Alle drei mutmaßlichen Unterstützer müssen trotzdem mit einer Anklage rechnen.

Carsten S. war im Februar in Düsseldorf festgenommen worden. Er hat zugegeben, dass er dem NSU gemeinsam mit einem weiteren Beschuldigten im Jahr 1999 oder 2000 die Ceska-Pistole geliefert hat, mit der später neun ausländische Geschäftsleute erschossen wurden. Die Anklage lautet deshalb auf Beihilfe zum Mord in neun Fällen. Allerdings sei Carsten S. zur Tatzeit 19 Jahre alt gewesen. Damit müsste er - so heißt es in der Beurteilung eines Sachverständigen - nach Jugendstrafrecht behandelt werden. Der Beschuldigte habe zudem glaubhaft versichert, dass er sich vom rechtsradikalen Gedankengut abgewandt und seine Kontakte zu rechten Kreisen spätestens 2001 abgebrochen habe.

Die Verdachtsmomente gegen Matthias D. aus dem sächsischen Erzgebirgskreis, der als einer der mutmaßlichen Führer der Neonazi-Gruppe Brigade Ost gilt, sind weniger gravierend. Der Mann, der im Alter von 36 Jahren am 11. Dezember in Johanngeorgenstadt festgenommen worden war, soll zwei Wohnungen für den NSU in Zwickau gemietet haben.