CSU

Seehofer macht sich für Vertriebenen-Gedenktag stark

Ein nationaler Gedenktag für die Opfer der Vertreibung und die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter soll nach dem Willen von CSU-Chef Horst Seehofer schon beim Koalitionsgipfel in einer Woche auf den Weg gebracht werden.

- Seehofer versprach den Sudetendeutschen auf ihrem Pfingsttreffen in Nürnberg, sich für beide Themen beim Spitzengespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und FDP-Chef Philipp Rösler starkzumachen. Während der bayerische Ministerpräsident die "Ankündigungspolitik" der Bundesregierung scharf kritisierte, schlug er gegenüber Prag sehr moderate Töne an.

Seehofer betonte unter dem Applaus von mehreren Tausend Heimatvertriebenen: "Wenn die Berliner Koalition beschlossen hat, dass sie diesen nationalen Gedenktag will, dann muss sie ihn umsetzen, und zwar nicht irgendwann, sondern heute, jetzt." Das gelte auch für die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter: "Wir zahlen überall in Europa für alles, dann können wir auch für die deutschen Zwangsarbeiter bezahlen."

Der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany, formulierte seine Kritik an der tschechischen Politik sehr zurückhaltend. Er kritisierte die europakritische Haltung des tschechischen Präsidenten Václav Klaus und äußerte die Hoffnung, "dass demnächst Vernunft, Realismus und Verständigungsbereitschaft" auf der Prager Burg einziehen.

Dieses Jahr haben die Sudetendeutschen die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten zu einem Schwerpunkt ihres Pfingsttreffens gemacht. So wurde zum Auftakt der Holocaust-Überlebende und langjährige Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau, Max Mannheimer, mit dem Europäischen Karlspreis geehrt. "Max Mannheimer wurde auf das Fürchterlichste gequält, verfolgt und misshandelt von Menschen unseres Volkes und auch unserer Volksgruppe", sagte Posselt in seiner Laudatio. Mannheimer appellierte insbesondere an die Jugend, die Vergangenheit nicht zu vergessen und gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus zu kämpfen.