Präsidentschaft

Morsi und Schafik kämpfen um die Stichwahl in Ägypten

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Ägypten haben die beiden wahrscheinlichen Kandidaten für die Stichwahl damit begonnen, um die Wähler der unterlegenen Kandidaten zu werben.

- Ex-Regierungschef Ahmed Schafik, der hinter dem Muslimbruder Mohammed Morsi auf den zweiten Platz gekommen war, versprach am Sonnabend eine "neue Ära" für das Land. "Es gibt keinen Weg zurück", sagte Schafik, der 2011 kurz vor dem Sturz von Präsident Husni Mubarak zum Regierungschef ernannt wurde und deshalb bei vielen Anhängern der Demokratiebewegung verhasst ist.

Aus der ersten Wahlrunde waren Morsi und Schafik als Sieger hervorgegangen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena und die Zeitung "al-Ahram" unter Berufung auf Teilergebnisse berichteten. Nach Angaben der Muslimbrüder vom Freitag lag Morsi mit 25,3 Prozent der Stimmen in Führung. Schafik kam demnach auf 24 Prozent, auf dem dritten Platz landete der linke Nationalist Hamdeen Sabahi mit 22 Prozent.

Die Muslimbrüder warben unter anderem um die Unterstützung ihres Ex-Mitglieds Abdel Moneim Abul Futuh, der als unabhängiger Kandidat angetreten war. "Wir rufen alle aufrichtigen politischen und nationalen Kräfte dazu auf, sich zusammenzuschließen, um die Revolution zu bewahren und unsere Versprechen an unsere großartige Nation zu erfüllen", erklärten die Muslimbrüder, die sich angeblich noch am Sonnabend mit möglichen Unterstützern treffen wollten. "Jetzt lautet der Slogan: Das Land ist in Gefahr", sagte Parteivize Essam al-Erian. Es wird erwartet, dass die Wahlkommission erst am Dienstag die offiziellen Ergebnisse der ersten Runde veröffentlicht.