Konflikt

Syrische Opposition: Mehr als 90 Tote bei Massaker in Hula

Syrische Regierungstruppen haben nach Aussage von Aktivisten bei einem mutmaßlichen Massaker im Zentrum des Landes mehr als 90 Menschen getötet.

- Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, dass seit Freitagmittag mehr als 90 Menschen im Gebiet Hula getötet worden seien. Ein örtlicher Oppositioneller, der sich selbst als Abu Jasan bezeichnete, sprach von insgesamt mehr als 110 Toten.

In Amateurvideos waren verstümmelte Kinderleichen zu sehen. Die Echtheit der Aufnahmen war zunächst nicht überprüfbar, ebenso wenig die Zahl der Toten. Ein Sprecher der UN-Beobachter in Syrien sagte, ein Team sei auf dem Weg nach Hula, um die Vorwürfe zu überprüfen. Derzeit befinden sich 250 UN-Beobachter im Land.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte warf der internationalen Gemeinschaft "Komplizenschaft" mit der Regierung von Präsident Baschar al-Assad vor, weil sie schweige. Die Rebellentruppe Freie Syrische Armee forderte erneut Luftangriffe auf die Truppen des Präsidenten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beklagte in einem Bericht an den Sicherheitsrat weiterhin "massive" Menschenrechtsverstöße durch die Regierungstruppen; auch die Opposition verschärfe ihre Einsätze. In dem Land herrsche eine "Atmosphäre der Anspannung, des Misstrauens und der Angst". Die Bemühungen der Vereinten Nationen um ein Ende des Konflikts hätten bislang nur "kleine Fortschritte" gezeigt.