Israel

Randalierer jagen Migranten in Tel Aviv

Bei einer Demonstration gegen illegale Einwanderer aus Afrika ist es in Tel Aviv zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.

- Vor allem Jugendliche schlugen Schaufensterscheiben von Geschäften ein und griffen wahllos dunkelhäutige Menschen an. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben vom Donnerstag 17 Randalierer fest.

Etwa tausend Bewohner der ärmeren Stadtteile im Süden der Metropole hatten am Vorabend gegen die steigende Zahl von Flüchtlingen vor allem aus dem Sudan in ihren Wohngebieten demonstriert. "Sudanesen in den Sudan" und "Schmeißt die Ausländer raus", skandierte die Menge.

Redner im Stadtteil Hatikva machten die Ausländer für die steigende Kriminalität verantwortlich. Tatsächlich häufen sich in den Medien Berichte über Gewaltkriminalität bis hin zu Vergewaltigungen durch illegale Einwanderer. Der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Chuldaid, sagte, rund 15 Prozent der rund 400.000 Einwohner Tel Avivs seien illegale Einwanderer. Die Regierung solle den Flüchtlingen entweder eine Arbeitserlaubnis erteilen oder sie in Aufnahmelagern unterbringen. Ihnen jedoch die legale Möglichkeit zum Geldverdienen zu verweigern, provoziere Kriminalität geradezu.

Die Parlamentsabgeordnete Miri Regev vom rechten Rand der regierenden Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte hingegen: "Die Sudanesen sind wie ein Krebs in unserem Körper." Die Regierung bereitet derzeit die Abschiebung von 700 Familien aus dem Sudan in ihre Heimat vor.