Personalien

Zwei Frauen wollen bei Linkspartei Doppelspitze bilden

- Der Machtkampf um die Führung der Linkspartei geht nach dem Verzicht Oskar Lafontaines in eine neue Runde: Die stellvertretende Linke-Vorsitzende Katja Kipping und die NRW-Landeschefin Katharina Schwabedissen kandidieren für eine weibliche Doppelspitze. Sie treten - mit viel öffentlich bekundeter Unterstützung - gegen Fraktionsvize Dietmar Bartsch und die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann an, die sich separat für die beiden Führungsposten bewerben. Weitere Kandidaturen werden erwartet. Auf dem Göttinger Parteitag am 2. und 3. Juni wird es aller Voraussicht nach zu Kampfabstimmungen kommen.

Der Ex-Vorsitzende Lafontaine hatte am Dienstag auf eine Kandidatur verzichtet. Seine Unterstützer setzen nun Bartsch unter Druck, ebenfalls das Feld für einen dritten Weg zu räumen. Der will sich aber nicht zurückziehen. "Die Mitglieder müssen das Sagen haben. Und es gibt kein Gremium, das entscheiden kann, außer dem Parteitag", sagte er. Kipping und Schwabedissen erklärten, sie wollten mit ihrer Kandidatur einen "Aufbruch in Richtung einer neuen, nicht autoritären Linken" erreichen. Die beiden Frauen würden für einen klaren Generationswechsel in der Parteiführung stehen. Kipping, die vor einem halben Jahr Mutter geworden ist und ihre Babypause gerade erst hinter sich hat, ist 34 Jahre alt, Schwabedissen ist 39 Jahre alt. Schwabedissen sagte, sie wolle die unterschiedlichen Pole in der Partei zusammenführen. In Zeiten "sozialer Verwerfungen" werde die Linke weiter gebraucht. Ziel müsse es sein, 2013 wieder in den Bundestag zu kommen. Dazu sei Stabilität nötig.