Diplomatie

Iran dringt auf Zugeständnisse in Atomgesprächen

In die internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ist Bewegung gekommen, statt eines schnellen Durchbruchs in der am Mittwoch in Bagdad begonnenen neuen Runde wurde aber ein langwieriger Verhandlungsprozess erwartet.

- Die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats und Deutschland konzentrierten sich auf die iranische Fähigkeit zur Urananreicherung, die derzeit bei 20 Prozent liegt - an der Schwelle zur Produktion atomwaffenfähigen Materials. Die iranische Delegation reagierte ablehnend und brachte die Lockerung von Sanktionen ins Spiel.

Der Sprecher der die Gespräche leitenden EU-Delegation, Mike Mann, sagte, es sei ein Paket auf den Tisch gelegt worden, das hoffentlich für den Iran attraktiv sei. "Es ist an ihnen, darauf zu reagieren." Teheran drückte vor Beginn des Treffens seine Erwartung auf Zugeständnisse des Westens aus. Die Zusage an die Internationale Atomenergiebehörde, Inspektionen in der Militäreinrichtung Parchin zuzulassen, sei ein Zeichen des guten Willens, so der iranische Berater Hassan Abedini. Dieses müsse bei den Gesprächen in Bagdad erwidert werden. Der Westen wirft dem Iran vor, Atomwaffen entwickeln zu wollen. Teheran hingegen erklärt, mit dem Atomprogramm lediglich zivile Zwecke zu verfolgen. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags sieht sich der Iran im Recht, Uran anreichern zu dürfen.