Umweltministerium

Peter Altmaier hat das Ohr der Bundeskanzlerin

Der Saarländer wird Chef im Umweltministerium

- Als Peter Altmaier 2009 aus dem Bundesinnenministerium zur Unionsfraktion wechselte, um dort als Parlamentarischer Geschäftsführer anzuheuern, da dürften sie in seinem Wahlkreis Saarlouis vielleicht noch gerätselt haben, ob das denn überhaupt ein Aufstieg war. Parlamentarischer Staatssekretär, das klingt ja nach was, aber Geschäftsführer?

Jetzt, da der 53-Jährige die Nachfolge von Norbert Röttgen als Bundesumweltminister antritt, sollte die Welt daheim wieder mehr als in Ordnung sein. Die Beförderung auf einen der wichtigsten Ministerposten, die es im Kabinett zu verteilen gibt, macht offenbar, was die Bundeskanzlerin von Peter Altmaier hält und wie groß sein Einfluss schon bislang war. Tatsächlich ist es vor allem Altmaier gewesen, der das reibungslose Funktionieren der Fraktion sicherstellte.

Seine Methoden waren dabei freilich manchmal andere als die von Angela Merkel oder Fraktionschef Volker Kauder. So kam es durchaus vor, dass Altmaier, der privat mit Vorliebe den Kochlöffel schwingt, renitente Gegner der Euro-Rettungsschirme kurzerhand in seine geräumige Altbauwohnung hinterm Kurfürstendamm bat und dann im Wortsinn in mehreren Gängen "weichkochte". Man kann sagen, dass Altmaier (Motto: "Hauptsache, gudd gess") mit Gesten wie diesen zum Zusammenhalt von Partei und Fraktion beigetragen hat. Er hatte dabei immer das Ohr der Kanzlerin und war in vielen wichtigen Fragen auch ihr Berater. Das wurde irgendwann so offensichtlich, dass er im Regierungsviertel irgendwann sogar als Merkels "Stimme" galt, wenn die Kanzlerin selber nichts sagen wollte.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Altmaier erst bekannt, als er anfing zu twittern. Ein Intellektueller, der sich am heimischen PC per Kurznachricht in politische Debatten einschaltet? Für den Prädikats-Juristen war das eine Herausforderung der spielerischen Art - nicht zu vergleichen mit der Herkulesaufgabe, die als Minister auf ihn wartet. Altmaier muss die Energiewende managen und sich dazu mit den großen Konzernen anlegen. Viel Zeit zum Absetzen von Tweets bleibt ihm da vielleicht nicht mehr. Abzuwarten bleibt auch, ob Altmaier weiter mit dem Rad ins Büro fährt. Damit hatte er erst vor wenigen Wochen begonnen. Zum neuen Job würde es ja eigentlich gut passen.