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Norwegen: Gericht beschreibt grausame Details des Utøya-Massakers ++ Sierra Leone: Anklage fordert 80 Jahre Haft für Charles Taylor ++ Syrien: Annan sieht Fortschritte beim Friedensplan ++ Japan: Tokio nimmt vorerst letzten Atomreaktor vom Netz

Gericht beschreibt grausame Details des Utøya-Massakers

Am zwölften Verhandlungstag gegen den Massenmörder Anders Behring Breivik hat das Gericht in Oslo erstmals grausame Details des Massakers auf der Insel Utøya beleuchtet. Rechtsmediziner begannen mit der detaillierten Darstellung von Schusswunden von Breiviks 69 Opfern. Die meisten von ihnen seien sofort tot gewesen, als der 33-jährige Rechtsradikale auf sie schoss, sagte ein Rechtsmediziner. Die meisten Opfer seien mit jeweils drei Schüssen getroffen worden. Dabei habe Breivik 25 seiner 69 meist jugendlichen Opfer ausschließlich in Kopf oder Nacken getroffen.

Anklage fordert 80 Jahre Haft für Charles Taylor

Im Prozess gegen den früheren liberianischen Präsidenten Charles Taylor vor dem Sierra-Leone-Tribunal hat die Anklage eine Haftstrafe von 80 Jahren gefordert. Das Sondertribunal der Vereinten Nationen in Leidschendam bei Den Haag hatte den 64-Jährigen in der vergangenen Woche für mitschuldig an den Gräueltaten und Kriegsverbrechen im westafrikanischen Nachbarland Sierra Leone befunden. Dem Bürgerkrieg waren in den Jahren 1991 bis 2002 mehr als 120.000 Menschen zum Opfer gefallen.

Annan sieht Fortschritte beim Friedensplan

Der internationale Syrien-Vermittler Kofi Annan sieht trotz Verletzungen der Waffenruhe Fortschritte bei der Umsetzung seines Friedensplans in dem arabischen Land. Eine Krise, die seit mehr als einem Jahr anhalte, könne nicht an "einem Tag oder in einer Woche" gelöst werden, sagte ein Sprecher des ehemaligen UN-Generalsekretärs. Es gebe aber Zeichen für eine Umsetzung des Plans, auch wenn es nur langsam und in kleinen Schritten vorangehe. "Die Gewalt ist zum Teil zurückgegangen, zum Teil hält die Gewalt an", sagte der Sprecher. "Ich sage nicht, dass es zufriedenstellend ist."

Tokio nimmt vorerst letzten Atomreaktor vom Netz

Japan ist ab diesem Wochenende frei von Atomstrom. An diesem Sonnabend wird der letzte der 54 Reaktoren im Lande im Kraftwerk Tomari auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido zu Wartungsarbeiten heruntergefahren. Die Atomreaktoren in Japan werden alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Regierungen zugestimmt haben. Seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist dies jedoch nicht zuletzt wegen der großen Sorge der Bevölkerung über die Sicherheit der Atomkraftwerke nicht mehr geschehen.