Ein FDP-Politiker aus Niedersachsen hat sich mit einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei einer Reise nach Teheran viel Ärger eingehandelt.
- In der FDP gibt es scharfe Kritik an der Teilnahme des Delmenhorster Landtagskandidaten Claus Hübscher (65) an dem Gespräch während einer Gruppenreise in den Iran. FDP-Landeschef Stefan Birkner reagierte mit Unverständnis: Der private Besuch des "diktatorischen Regimes" sei "in höchstem Maße irritierend".
Hübscher wehrte sich gegen den Vorwurf, er nehme den als Holocaust-Leugner kritisierten Ahmadinedschad in Schutz. Bei dem etwa einstündigen Treffen am 27. April habe der Präsident abgestritten, den Holocaust zu leugnen. Zudem habe er betont, sein Land habe und entwickle keine Atomwaffen, sagte der stellvertretende Kreisvorsitzende. Er selbst mache sich diese Aussagen nicht zu eigen.
FDP-Landeschef Birkner versprach Aufklärung. Ob der Besuch gar zu einem Parteiausschluss führe, müsse sich zeigen. Hübscher selbst zeigte sich völlig überrascht über die Aufregung. Die zehntägige Reise sei vom Vorsitzender des Vereins Islamischer Weg in Delmenhorst organisiert worden. Der Verein stand zeitweise unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.
dpa