Großbritannien

Nach Abhörskandal: Schwere Vorwürfe gegen Murdoch

- Ein britischer Parlamentsausschuss hat schwere Vorwürfe gegen Medienzar Rupert Murdoch erhoben. Er sei nicht in der Lage, ein internationales Großunternehmen zu leiten und müsse die Verantwortung für den Abhörskandal rund um die eingestellte Zeitung "News Of The World" übernehmen, heißt es in einem am Dienstag vorgestellten Bericht des Ausschusses. Das von Murdoch gegründete Medienimperium News Corp habe vor dem Ausmaß des Skandals vorsätzlich die Augen verschlossen.

Die Affäre hatte im Jahr 2011 Großbritannien erschüttert. Unter anderem sollen Journalisten des Konzerns offenbar die Telefone von Verbrechensopfern abgehört haben und Schmiergeldzahlungen an die Polizei vorgenommen haben. Murdoch entschuldigte sich vor dem parteiübergreifenden Komitee für die Verfehlungen, betonte aber stets, nichts von den illegalen Machenschaften gewusst zu haben.

Die neuen heftigen Vorwürfe der Parlamentarierkommission sind nach Ansicht des Murdoch-Konzerns "ungerecht und im höchsten Grade parteiisch". In einer am Dienstagabend von der News Corporation in London verbreiteten Erklärung hieß es, die Kommission habe zwar durchaus einige "sehr harte Wahrheiten" über die Faktenlage zusammengetragen. Einige der ebenfalls veröffentlichten Kommentare aber seien "ungerecht und im höchsten Grade parteiisch".