Konflikt

US-Pastor verbrennt erneut Koran und provoziert Islamisten

Der umstrittene US-Pastor Terry Jones hat erneut mehrere Ausgaben des Korans sowie ein Bild des Propheten Mohammed verbrannt.

- Wie die Zeitung "The Gainesville Sun" berichtete, wollte er mit der Aktion in Gainesville im US-Bundesstaat Florida gegen die Inhaftierung des evangelischen Pastors Jussef Nadarchani im Iran protestieren. Nadarchani droht die Todesstrafe, weil er als Muslim zum Christentum konvertiert war.

Dem Zeitungsbericht zufolge forderte das US-Verteidigungsministerium Jones auf, von der Aktion abzusehen, weil eine Verbrennung des heiligen Buchs der Muslime das Leben von US-Soldaten in Afghanistan und anderen Ländern gefährden könne. Im März vergangenen Jahres hatte Jones' Vertreter Wayne Sapp ein Exemplar des Korans verbrannt und die Aktion im Internet veröffentlicht. Bei anschließenden Protesten im Norden Afghanistans wurden mindestens zwölf Menschen getötet.

Vor allem in Afghanistan, wo die radikal-islamischen Taliban versuchen, wieder Einfluss zu gewinnen, sind die US-Soldaten bedroht. Im Februar hatten Afghanen auf einer Müllkippe verkohlte Exemplare des Korans gefunden. Sie stammten von einem US-Stützpunkt und waren aus Versehen verbrannt worden, wie es hieß. In der Folge hatte es Unruhen gegeben, unter anderem starben zwei US-Soldaten. Auch die Bilder von US-Soldaten, die auf Leichen von Taliban urinieren, belasteten das Verhältnis zu den Einheimischen. Im März hatte der US-Soldat Robert Bales 17 Menschen getötet.