Saudi-Arabien

Pakistan schiebt Bin Ladens Familie nach Riad ab

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Drei Witwen und etwa zehn Kinder in Saudi-Arabien

- Knapp ein Jahr nach der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden hat Pakistan dessen Familie abgeschoben. Die drei Witwen und etwa zehn Kinder hätten Pakistan am Freitag mit einer Sondermaschine Richtung Saudi-Arabien verlassen, teilte das pakistanische Innenministerium mit. Die Frauen hatten in Pakistan Haftstrafen wegen illegalen Aufenthalts verbüßt.

Die drei Frauen waren bei dem Einsatz eines US-Kommandos in der Garnisonsstadt Abbottabad am 2. Mai 2011 festgenommen worden, bei dem der Al-Qaida-Chef getötet worden war. Seitdem standen sie in einer Villa in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad unter Hausarrest.

Um Mitternacht wurden sie abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort startete am frühen Freitagmorgen eine Sondermaschine Richtung Saudi-Arabien. Wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte, wurden insgesamt 14 Bin-Laden-Verwandte nach Saudi-Arabien abgeschoben - seinen Angaben zufolge das "Land ihrer Wahl". Von den drei Bin-Laden-Witwen stammen zwei aus Saudi-Arabien und die dritte aus dem Jemen. Die Jemenitin Amal Abdulfattah und ihre fünf Kinder könnten nach Angaben ihres Anwalts bald in den Jemen ausreisen.

Anfang April waren die drei Frauen und zwei erwachsene Töchter Bin Ladens wegen illegalen Aufenthalts in Pakistan zu 45 Tagen Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Zeit ihres Hausarrests wurde teilweise auf die Strafe angerechnet. Deshalb hatten sie die Haftstrafe bereits in der vergangenen Woche verbüßt. Nach offiziellen Angaben mussten vor der Abschiebung aber noch einige Formalitäten geklärt werden. Es gab jedoch auch Spekulationen, dass sich Saudi-Arabien zunächst gegen die Aufnahme der Familie sträubte.

Die 30-jährige Abdulfattah, die jüngste Gattin Bin Ladens und angeblich seine Lieblingsfrau, hatte nach ihrer Festnahme der pakistanischen Polizei gesagt, sie habe nach den Anschlägen vom 11. September 2001 noch vier Kinder mit Bin Laden bekommen. Sie kamen demnach 2003, 2004, 2006 und 2008 in Pakistan zur Welt. Die Aussagen Abdulfattahs sind eine der genauesten Quellen für das Leben Bin Ladens nach den Anschlägen.

( AFP )