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Gedenken an Erfurt

Schulmassaker Mit Glockengeläut kurz vor zehn Uhr morgens erinnern an diesem Donnerstag Erfurts Kirchen an den Moment vor zehn Jahren, als ein schwarz vermummter 19-Jähriger das Gutenberg-Gymnasium betrat, die Schule, von der er wegen Betrugs verwiesen worden war. Am 26. April 2002 zwischen 10.58 und 11.10 Uhr erschoss Robert Steinhäuser zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, einen Polizisten und schließlich sich selbst. Ines Geipel (51) hat in ihrem Buch "Für heute reicht's. Amok in Erfurt" Die Umstände der Gewalttat nachgezeichnet.

Biografie 1989 floh die ehemalige Weltklassesprinterin aus der DDR in den Westen. Heute ist Ines GeipelProfessorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Bekannt wurde sie durch ihre Biografie über die Schriftstellerin Inge Müller und ihre Veröffentlichungen über das DDR-Staatsdoping. Soeben ist im Verlag Klett-Cotta "Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens" erschienen. Darin stellt Geipel die Amokläufe von Erfurt, Emsdetten und Winnenden in den Kontext der Geschichte des Amoklaufs und zieht eine Entwicklungslinie nach, die bis zur norwegischen Insel Utøya reicht.