Parteitag

Bewährungsprobe für den FDP-Chef

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Für FDP-Chef Philipp Rösler geht es am Wochenende ums Ganze. Der Vorsitzende der Liberalen muss die Geschlossenheit seiner arg gebeutelten Partei wiederherstellen.

- Kein leichter Job für den 39-Jährigen, der sein Amt vor einem Jahr von Guido Westerwelle übernommen hat. In seiner 45-minütigen Rede will er am Sonnabend die 662 Delegierten auf seinen Kurs einschwören.

So weit der Plan, der aber so manche Unwägbarkeit birgt. Denn die Partei ist unzufrieden mit Rösler. Mehr noch: Viele zweifeln mittlerweile an der Eignung des 39-Jährigen, die FDP 2013 wieder in den Bundestag zu führen. Präsidiumsmitglied Dirk Niebel formulierte das in der "Rhein-Neckar-Zeitung" so: "Das Ziel, das mit dem Wechsel von Westerwelle zu Rösler angepeilt war, nämlich die FDP aus dem Tief zu holen, das ist bisher offensichtlich nicht erreicht."

Der stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende und Berliner FDP-Landeschef Martin Lindner hat im Gespräch mit der Berliner Morgenpost indes vor zu hohen Erwartungen an den Bundesvorsitzenden gewarnt. "Man sollte von neuen Parteivorsitzenden keine Wunder erwarten - diese treten in der Regel nicht ein", sagte er. Lindner bestätigt Rösler aber, dass er "gerade in den zurückliegenden Wochen gut agiert" habe. Explizit nannte er die Frage der Kandidatenfindung bei der Bundespräsidentenwahl und die Debatte über Staatshilfen für Schlecker-Mitarbeiter. "Ich wünsche mir, dass er so weitermacht. Jeder braucht etwas Zeit, um Akzente zu setzen."

Der Antwort auf die Frage, ob Rösler auch dann weitere Zeit bekommen solle, wenn die nächsten Wahlen verloren gehen, wich er aus: "Ich glaube nicht, dass es dazu kommt. Die FDP hat bekannte Kandidaten, die eine eigene Marke entwickelt haben. Ich denke fest, sie werden erfolgreich sein." Gleichzeitig verteidigte Lindner die Idee, das neue Grundsatzprogramm der Partei unter den Begriff "Wachstum" zu stellen. Das Interview mit Martin Lindner lesen Sie auf www.morgenpost.de

( flk/tju )