Prozess

Nachfahren der Opfer von Katyn siegen über Russland

Mehr als sieben Jahrzehnte nach den Massakern an mehreren Tausend Polen nahe Katyn haben zehn Hinterbliebene einen Sieg vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte errungen.

- Die Straßburger Richter rügten die Weigerung Russlands, die Angehörigen über die Verbrechen aufzuklären und ihnen Einsicht in die Ermittlungsakten zu gewähren. Auch dem Gerichtshof habe Moskau die als vertraulich eingestuften Akten vorenthalten.

Geklagt hatten insgesamt 15 Angehörige von elf polnischen Offizieren und einem Schuldirektor. Sie gehörten zu den mehr als 21.000 Polen, die die russische Geheimpolizei im April und Mai 1940 auf Befehl des sowjetischen Diktators Josef Stalin in der Gegend von Smolensk in Lager trieb, erschoss und anschließend im Wald von Katyn in Massengräber warf. Moskau hatte jahrzehntelang die Verantwortung für diese Kriegsverbrechen bestritten und dafür die Nationalsozialisten verantwortlich gemacht.