Amerika-Gipfel

USA isolieren sich mit der Kuba-Frage

Präsident Barack Obama gerät beim Amerika-Gipfel in die Defensive

- Mit seiner Haltung zu Kuba steht US-Präsident Barack Obama auf dem Amerika-Gipfel am Wochenende in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena auf verlorenem Posten. Lediglich Kanada unterstützt ihn in seiner Haltung, der kommunistischen Führung der Karibikinsel auch künftig die Teilnahme an dem Regionalforum zu verweigern. "Das ist der letzte Amerika-Gipfel - es sei denn, Kuba wird die Teilnahme gestattet", sagte der bolivianische Außenminister David Choquehuanca. Seine Kollegen aus Venezuela, Argentinien und Uruguay drohten bereits, die Präsidenten ihrer Länder könnten die Abschlusserklärung nicht unterzeichnen, würden die USA und Kanada ihr Veto gegen eine künftige Gipfelteilnahme Kubas aufrechterhalten.

Am diesjährigen Amerika-Gipfel in Cartagena sollten 33 Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Der ecuadorianische Präsident boykottierte den Gipfel aus Protest gegen den Ausschluss Kubas. Seit 1962 ruht Havannas Mitgliedschaft in der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), die den Gipfel organisiert.

Die USA verlieren für viele lateinamerikanische Staaten durch das wachsende Handelsvolumen mit China ihre Position als wichtigster Partner. "Die meisten Staaten halten die USA bezüglich ihrer Bedürfnisse für immer weniger relevant. Sie beobachten eine nachlassende Fähigkeit, Strategien für die wichtigsten Themen vorzuschlagen und durchzuführen", heißt es in einem Bericht des Forschungsinstituts Inter-American Dialogue.

Dennoch appellierte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos an die USA, sich in der Region zu engagieren. "Die Vereinigten Staaten sollten einsehen, dass ihre langfristigen strategischen Interessen nicht in Afghanistan oder Pakistan liegen, sondern in Lateinamerika", sagte Santos bei einem parallel stattfindenden Wirtschaftsgipfel am Freitag.

Doch auch in anderen Bereichen liegt Obama mit den Kollegen aus Lateinamerika über Kreuz: Ein wichtiges Thema des Treffens wird wohl die Diskussion über die Legalisierung von Drogen werden, die Obamas Regierung strikt ablehnt.