Waffenschmuggel

UN-Sicherheitsrat sendet Beobachter nach Syrien

Deutsches Frachtschiff mit iranischen Waffen gestoppt

- Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einstimmig die Entsendung einer ersten Beobachtermission nach Syrien gebilligt. Das Team soll vor Ort die Einhaltung der vereinbarten Waffenruhe überprüfen. Geplant ist die Entsendung eines Vorauskommandos von 30 Beobachtern, die später auf 200 aufgestockt werden. Unmittelbar nach dem Votum in New York seien "fünf oder sechs Militärbeobachter" in ein Flugzeug gestiegen, sagte ein Sprecher der UN-Friedensmissionen. Sie werden schon am Sonntag in Syrien erwartet.

Syrische Regierungstruppen sollen nach Angaben von Aktivisten trotz der herrschenden Waffenruhe am Sonnabend zwei von Rebellen gehaltene Viertel in der Stadt Homs unter Beschuss genommen haben. Das Bombardement habe rund eine Stunde gedauert, teilte das in Großbritannien ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte mit. Berichte über Opfer gebe es nicht.

Ein deutsches Frachtschiff sollte offenbar iranische Waffen nach Syrien bringen. Wie "Spiegel online" am Sonnabend berichtete, wurde die "Atlantic Cruiser" der Emder Reederei Bockstiegel kurz vor Erreichen des syrischen Mittelmeerhafens Tartus gestoppt. Das Schiff soll im Hafen von Dschibuti von einem iranischen Frachter schweres Militärgerät und Munition übernommen haben. Die geplante Umgehung des Waffenembargos sei durch Überläufer im syrischen Regierungsapparat bekannt geworden. Sie warnten demnach auch die Reederei. "Wir haben das Schiff gestoppt, nachdem wir Hinweise auf die Waffenladung erhielten", sagte Schiffsmakler Torsten Lüddeke von der C.E.G. Bulk Chartering, die für die Befrachtung des Schiffs verantwortlich ist, dem Magazin.

Der Frachter sei an die ukrainische Firma White Wale Shipping in Odessa vermietet worden. "Die haben uns als Ladung vor allem Pumpen und ähnliche Dinge deklariert", sagte Lüddeke. "Waffen hätten wir nie an Bord gelassen. Die Bundesregierung prüft den Sachverhalt."