Vorwahlkampf

USA: Santorum gibt Rennen um Kandidatur der Republikaner auf

Rick Santorum ist aus dem republikanischen Nominierungsrennen ausgestiegen und hat damit den Weg frei gemacht für die Präsidentschaftskandidatur des klar führenden Favoriten Mitt Romney.

- "Das Rennen ist für mich vorbei", erklärte Santorum in seinem Heimatstaat Pennsylvania. Der erzkonservative Ex-Senator versicherte zugleich, der "Kampf sei nicht vorbei". Es gehe darum, im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verteidigen und den Senat zu gewinnen. Santorum erwähnte Romney mit keinem Wort und stärkte die absehbare Nominierung des Ex-Gouverneur aus Massachusetts nur indirekt. Das wichtigste Ziel bleibe, Präsident Barack Obama zu besiegen, sagte Santorum, der sich im Übrigen rühmte, "entgegen allen Wetten" die Vorwahlen in elf Bundesstaaten und "mehr Counties (Bezirke) als alle meine Mitbewerber zusammen gewonnen zu haben". Eine offizielle Begründung für den Schritt nannte er zunächst nicht.

Gegen Romney kandidieren noch der ebenfalls konservative Newt Gingrich, einst Sprecher des Repräsentantenhauses, und der texanische Abgeordnete Ron Paul. Chancen, die notwendigen 1144 Delegierten bis zum Nominierungsparteitag Ende August in Florida zu gewinnen, wurden aber schon geraume Zeit lediglich dem moderaten Romney zuerkannt. Er führt nach der Hochrechnung der "New York Times" gegenwärtig mit 661 Delegierten und hat darum mehr als seine Konkurrenten Santorum (285), Gingrich (136) und Paul (51) insgesamt. Gingrich versicherte am Dienstag, er bleibe im Rennen.

Übers Wochenende hatte sich eine Ausdünnung des Feldes angedeutet. Gingrich sagte plötzlich in der Vergangenheitsform über seine Kandidatur, er sei stolz darauf, "dass ich das gewagt habe". Doch Romney sei "weit und breit der wahrscheinlichste Kandidat".

Von Santorum waren ähnliche Signale nicht gekommen. Aber weil seine jüngste Tochter, die behinderte dreijährige Bella, vorübergehend ins Krankenhaus musste, hatte Romney Negativ-Spots über Santorum vorübergehend ausgesetzt. In letzten Umfragen zeichnete sich zudem ein Sieg Romneys in Santorums Heimat ab.

Der Ex-Senator zog also rechtzeitig die Reißleine. Santorum mag dabei schon das Jahr 2016 im Blick gehabt haben. Sollte Obama im November wiedergewählt werden, könnte sich Santorum seiner Partei in vier Jahren nicht nur als starker Wahlkämpfer empfehlen, sondern auch als Patriot, der um der Sache Willen spät, aber nicht zu spät einem Konkurrenten Platz gemacht hat, den er als nicht genügend konservativ ansieht.