Raumfahrt

Nordkorea hält an umstrittenem Raketenstart fest

Trotz internationaler Kritik will Nordkorea noch diese Woche eine Rakete starten.

- Alle Vorbereitungen für den Start seien abgeschlossen, erklärten Vertreter der Raumfahrtbehörde am Dienstag in Pjöngjang. Der Start des Kommunikationssatelliten solle als Teil der Gedenkfeiern zu Ehren des 100. Geburtstags des verstorbenen Machthabers Kim Il-sung zwischen dem 12. und 16. April stattfinden.

Der Satellit "Kwangmyongsong-3" sollte noch am Dienstag auf der Trägerrakete montiert werden, sagte der stellvertretende Direktor der Entwicklungsabteilung der nordkoreanischen Raumfahrtbehörde, Ryu Kum-chol. Er räumte ein, dass es Ähnlichkeiten zwischen den Raketen für einen Satellitenstart und denen für den Start einer Langstreckenrakete gebe. Allerdings werde Festtreibstoff für Langstreckenraketen eingesetzt, während "Kwangmyongsong-3" mit Flüssigtreibstoff starte. "Unser Satellit wiegt 100 Kilogramm. Für eine Waffe wäre ein Gewicht von 100 Kilogramm nicht sehr effektiv", sagte Ryu. Zum Start einer Langstreckenrakete würde ohnehin eine komplexere Technologie benötigt. Er könne keine Fragen zu einem möglichen künftigen Atomtest beantworten, sagte Ryu.

Die USA erklärten, der Raketenstart würde die Vereinbarung beider Länder gefährden, wonach Pjöngjang Lebensmittelhilfe aus den USA erhält und im Gegenzug sein Atomprogramm auf Eis legt. Kritik am geplanten Raketenstart kam auch aus Großbritannien, Japan und anderen Ländern. Russland verurteilte ihn als ein Beispiel dafür, wie Entscheidungen des UN-Sicherheitsrates ignoriert würden. Das meldete die amtliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti.