USA

Mitt Romney gewinnt - Seine Gegner wollen nicht abtreten

Drei weitere Vorwahlsiege haben Mitt Romney noch näher an die republikanische Präsidentschaftskandidatur gebracht.

- Das Partei-Establishment trommelt für den Ex-Gouverneur aus Massachusetts. US-Präsident Barack Obama, der im November wiedergewählt werden will, erkennt Romney längst als Konkurrenten an. Doch da ist einer, der alle Zeichen zu ignorieren scheint und gar nicht daran denkt, sich zugunsten Romneys zurückzuziehen: Rick Santorum, der stärkste Verfolger bei den internen Vorwahlen, will seine Kräfte nunmehr auf die "zweite Halbzeit" konzentrieren und in drei Wochen die Vorwahl in seinem Heimatstaat Pennsylvania gewinnen. Dort führt der Ex-Senator in den Umfragen.

Dabei sieht es nicht gut für Santorum aus. Im District of Columbia um Washington (DC) stand Santorum nicht auf dem Wahlzettel, Romney gewann mit 70 Prozent. Im benachbarten Maryland deklassierte Romney Santorum mit 49 zu 29 Prozent. In Wisconsin siegte Romney mit 42,5 Prozent zu 37,6 Prozent nicht spektakulär, aber doch eindeutig über Santorum.

Romney kommt nun auf 648 Delegierte für den Nominierungsparteitag Ende August in Florida. 1144 Delegierte sind nötig. Santorum versammelt 264 Delegiertenstimmen hinter sich. Newt Gingrich (137 Delegierte) und Ron Paul (71 Delegierte) sind ohnehin abgeschlagen. Dennoch will keiner aufgeben, was Obama freut, weil der Wahlkampf Geld verschlingt, das hinterher im Wahlkampf gegen ihn fehlt.

Republikanische Größen gehen zunehmend in die Offensive, um Romney zu stärken. Der Ex-Gouverneur gäbe einen "großen Präsidenten" ab, versicherte vorige Woche der 87-jährige George Bush, der von 1989 bis 1993 im Weißen Haus regierte. Marco Rubio, junger Senator in Florida und einer der aufstrebenden Stars der Republikaner, sagte im Fernsehen, er empfehle Romney als Kandidaten, "weil er einen so starken Kontrast zu den Leistungen des Präsidenten bildet". Santorum sieht das natürlich nicht so.

Der 68-jährige Gingrich und der 76-jährige Paul kämpfen ihren letzten Präsidentschaftskampf, der eine, weil das die Verkaufszahlen seiner Bücher steigert, der andere, weil er sich als Missionar seiner libertären Botschaften begreift.

Santorum ist erst 52, und er dürfte anders rechnen. Er weiß, dass er im November nicht der Kandidat der Republikaner sein kann, aber er mag zugleich überzeugt sein, dass der professionelle, jedoch die eigene Basis nur bedingt mitreißende Romney die Wahl verlieren wird. "Habe ich euch nicht gesagt, dass nur ein dezidiert konservativer Herausforderer gewinnen kann?" würde danach Santorum sagen - und sich seiner enttäuschten Partei als kompromissloser und profilierter Retter für 2016 anbieten.