Daniela Schadt

Fast alles richtig gemacht

Joachim Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt hat einen angenehm unauffälligen Kleidungsstil

- Man lässt seine Arbeit ruhen und wird von einem Tag auf den anderen zu einer sogenannten Gattin, während man vorher, bevor der eigene Lebenspartner zum Bundespräsidenten gewählt wurde, maximal eine Ehefrau war. Nun, es gibt wahrscheinlich nur einen guten Grund jenseits von Moral- und Prinzipienhuberei, weshalb die amtierende First Lady ihren Freund Joachim Gauck (72) vielleicht doch noch heiraten und seinen Nachnamen annehmen sollte - damit sich die Leute beim Namen Daniela Schadt nicht immer wieder fragen: Wer war das noch gleich?

Die Gattin ist sozusagen das Pendant zur Lady, sie ist die Frau an der Seite von, nicht die Erste an sich, dann wäre sie ja Angela Merkel (wobei auch die Kanzlerin mehr Stilkritik über sich ergehen lassen muss als irgendein Mann in vergleichbarer Position). Das Auftreten der Gattin soll ladylike sein, dafür immerhin gibt es einen, wenn auch eng gesteckten, Spielraum. Daniela Schadt (52) hat ihn bislang mustergültig ausgedeutet. Vom grauen Kostüm am Tag der Präsidentenwahl im Bundestag, das ihr nach eigener Aussage schon mehrfach dienlich war (was ähnlich lässig ist, wie den Titel "First Freundin" tragen zu können), über das schlichte, knielange Kleid, das sie fünf Tage später trug, als Joachim Gauck mit militärischen Ehren an seinem Amtssitz empfangen wurde, über den ersten Staatsbesuch in Polen bis hin zum ersten Staatsbankett in Schloss Bellevue, als sie als Dame des Hauses den Präsidenten der Mongolei, Tsakhia Elbegdorj, und dessen Frau Khajidsuren Bolormaa empfing. Das war es also, das erste offizielle Abendkleid der First Lady. Vielleicht kann man nicht sagen: alles richtig gemacht. Aber wenigstens dies: im Grunde nichts falsch. Ob Flieder oder Veilchen nun exakt ihre Farbe ist, ist Lila überhaupt jemandes Farbe? Schnitt, Schlitz und Dekolleté jedenfalls stimmten, dezentes Make-up, dazu schwarze Pumps mit hohen Hacken, auf denen sie selbstbewusst laufen kann. Carla Bruni mag etwas mehr Glamour haben, aber sie muss für ihren Mann immer diese flachen Ballerinas tragen.

Daniela Schadt hat bislang nichts falsch gemacht - weil es vielleicht einfach Wichtigeres gibt für sie, und eigentlich wissen auch wir, die First Lady ist mehr als die Gattin von.