Parlamentsreform

Bischöfe sollen Sitze im britischen Oberhaus verlieren

Die 26 Bischöfe im britischen Oberhaus könnten demnächst ihre Sitze verlieren. Die Begründung des zuständigen Reformausschusses laute, dass die ausschließliche Repräsentation der anglikanischen Staatskirche im multikulturellen Britannien nicht mehr zeitgemäß sei, berichtet die Zeitung "Daily Mail".

Vizepremier Nick Clegg, Chef der Liberaldemokraten, stehe hinter dem Vorhaben, hieß es. Das Gremium wolle bis Monatsende seine Empfehlungen vorlegen.

Die zweite Parlamentskammer, das House of Lords, besteht aus überwiegend ernannten zivilen Würdenträgern und Vertretern der Kirche. Im Oberhaus ist die anglikanische Staatskirche als einzige Religionsgemeinschaft vertreten. Muslime, Hindus, Juden und Katholiken dürfen keine Vertreter entsenden. Die Kirche hat die Sitze seit 700 Jahren inne.

Die Regierung hatte 2011 einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem die Sitze im Oberhaus von rund 800 auf 300 verringert und 80 Prozent der Mitglieder für 15 Jahre gewählt werden sollen. Die Erzbischöfe von Canterbury und York sowie die Bischöfe von London, Durham und Winchester sollen ihre Sitze behalten, die Zahl der Bischöfe soll jedoch von 26 auf zwölf begrenzt werden. Die anglikanische Kirche kritisierte die Pläne. Zwar sei eine Reform des House of Lords notwendig, es sei aber wichtig, "das Gute der bisherigen Regelung zu bewahren".