Bundesregierung

Streit über Frauenquote spaltet Koalition

Die Debatte über eine gesetzliche Frauenquote für die Wirtschaft spaltet die schwarz-gelbe Koalition. In Union und FDP formierten sich am Mittwoch Gegner und Befürworter. Nach Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wandte sich auch CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt gegen einen entsprechenden Vorstoß von EU-Grundrechtekommissarin Viviane Reding.

Die Vorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer (CDU), und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sprachen sich hingegen ausdrücklich für die Quote aus. "Wir brauchen 2012 endlich eine gesetzliche Regelung für mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft, damit im Jahr 2013 bei der Neubesetzung der Aufsichtsräte genügend Frauen zum Zuge kommen", sagte Böhmer der "Rheinischen Post".

Reding hatte den europäischen Unternehmen vor wenigen Tagen mit einer Quote gedroht, um die von Männern dominierten Führungsetagen aufzumischen. "Zwei Drittel der Mitgliedstaaten sind auf Stillstand", sagte sie im ZDF-"Morgenmagazin", wo sie ihre Pläne bekräftigte. "So können wir doch nicht weiterverfahren. Sonst brauchen wir noch Jahrzehnte, bis wir ein Gleichgewicht erreicht haben." Weite Teile der FDP lehnen eine Quote ab. "Ich glaube nicht, dass eine formelle Quote die Lösung ist", sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. Aus der Opposition kam Unterstützung für Reding. "Mehr Frauen in Führungspositionen sind ein Gewinn für alle", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel.