Sanktionen

Streit über Embargo - Iran bestellt Botschafter ein

Aus Protest gegen das Öl-Embargo der Europäischen Union hat der Iran den Botschafter des EU-Ratsvorsitzenden Dänemark einbestellt.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, protestierte das Außenministerium in Teheran so gegen die "unlogische Entscheidung" der Union. Gleichzeitig bemühte sich die Islamische Republik, die Bedeutung der Strafrunde herunterzuspielen. Die "ineffektiven Sanktionen" seien keine Bedrohung, sagte Geheimdienstminister Heidar Moslehi. Wegen der Schuldenkrise sei die EU eher auf das Öl angewiesen als der Iran auf die Abnahme des Rohstoffs. Ein Sprecher des Ölministeriums betonte, der Iran habe genügend Zeit, sich auf das Embargo vorzubereiten und werde andere Abnehmer finden. Das Embargo der EU tritt ab Juli in Kraft. Mit dem Schritt soll der Druck auf den Iran erhöht werden, im Streit über sein Atomprogramm einzulenken. Etwa 20 Prozent der iranischen Ölexporte gehen in die EU.

Auch Australien kündigte an, sich an dem Öl-Embargo zu beteiligen. Großbritannien drohte mit der Verstärkung seiner Militärpräsenz in der Golfregion, sollte der Konflikt weiter eskalieren. Israel werde nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu notfalls auch auf eigene Faust gegen die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm vorgehen. Er begrüßte die Verhängung eines Öl-Embargos gegen den Iran durch die EU als wichtigen Schritt.

( rtr )