Christian Wulff

Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten wegen Bonusmeilen

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Bundespräsident Christian Wulff ist jetzt auch wegen des Einsatzes von Bonusmeilen der Lufthansa auf einer privaten Reise in die Kritik geraten. So berichtet die "Bild"-Zeitung über eine Urlaubsreise in die USA im April 2007.

Nach einer Kreuzfahrt mit seiner Frau Bettina und deren Sohn soll der damalige niedersächsische Ministerpräsident während des Flugs von Miami nach Frankfurt am Main plötzlich ein Upgrade von der Economyclass in die teure Businessclass bekommen haben. Wulffs Anwalt habe dazu später erklärt: "Für ein Upgrade von der Economyclass zur Businessclass während eines Fluges in die USA mit der Lufthansa setzte Herr Wulff seine privat erworbenen Bonusmeilen ein." Laut Lufthansa seien aber Meilen-Upgrades an Bord überhaupt nicht möglich, berichtete die Zeitung. Sie zog zudem in Zweifel, ob Wulff privat genügend Bonusmeilen für ein Upgrade einer dreiköpfigen Reisegruppe gesammelt haben kann, da 210 000 Bonusmeilen notwendig gewesen wären.

Mit demonstrativem Rückhalt bemüht sich die CDU-Spitze unterdessen, Rücktrittsforderungen aus der Partei gegen Wulff entgegenzutreten. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel kam Lob für Wulffs Aufklärungspraxis und seine Arbeit. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe forderte ein Ende der Debatte über das Staatsoberhaupt.

Der brandenburgische CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz forderte Wulff jedoch zu persönlichen Konsequenzen auf. "Für uns alle ist es mittlerweile fast schmerzhaft zu erleben, wie dieses Amt Schaden nimmt", sagte von der Marwitz im Deutschlandfunk. Wulff tue sich keinen Gefallen. "Zumindest was die öffentlichen Äußerungen und die Diskussion anbelangt, habe ich das Gefühl, dass er vielleicht nicht mehr richtig weiß, worum es eigentlich geht." Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge resultierten die günstigen Zinsen, die Wulff für seinen Hauskredit bei der BW-Bank bezahlen musste, unter anderem auch aus Investitionen in sein Haus, die vom Land Niedersachsen getätigt wurde. Für die Sicherheit des damaligen Ministerpräsidenten habe das Land extra Einrichtungen eingebaut und dafür 850 000 bis 900 000 Euro bezahlt, berichtet die "FAZ" unter Berufung auf Bankkreise. Dadurch sei der Wert des Hauses gestiegen.

( Rtr/dapd )