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Norwegen: Gutachter wollen Massenmörder Breivik erneut untersuchen

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Norwegen

Gutachter wollen Massenmörder Breivik erneut untersuchen

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik will sich nach Angaben seines Anwalts nicht einer erneuten psychiatrischen Begutachtung unterziehen. "Er vertritt die Meinung, dass der erste Bericht zu 80 Prozent fehlerhaft war", sagte Behring Breiviks Anwalt Geir Lippestad. Sein Mandant glaube nicht, dass die neuen Experten die nötigen Kenntnisse hätten, um ihn zu verstehen. Behring Breivik hatte bereits in der vergangenen Woche eine Zusammenarbeit für eine weitere Untersuchung abgelehnt. Ein Gericht hatte zuvor eine neue Begutachtung angeordnet und zwei Psychiater damit beauftragt. Die Experten sollen noch vor Prozessbeginn am 16. April den Geisteszustand des 32-jährigen Rechtsextremisten untersuchen, der vergangenen Juli bei zwei Anschlägen 77 Menschen getötet hatte. Ein erstes Gutachten, das Behring Breivik für unzurechnungsfähig erklärte, hatte zuvor heftige Kritik ausgelöst.

Afghanistan

Wegen gestiegener Preise bauen Bauern wieder mehr Opium an

Die illegale Opiumproduktion in Afghanistan ist 2011 deutlich gestiegen. Etwa 5800 Tonnen wurden hergestellt, 2200 Tonnen mehr als im Jahr zuvor, wie aus einem Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervorgeht. Grund sind die gestiegenen Opiumpreise. Die UN und die afghanische Regierung versuchen seit Jahren vergebens, den Anbau einzudämmen. Afghanistan ist mit einem Marktanteil von 90 Prozent der weltweit größte Produzent von Opium, dem Rohmaterial für die Droge Heroin. Die Taliban nutzen die Erträge zum Kauf von Waffen und Ausrüstung.

Birma

651 politische Gefangene auf einen Schlag freigelassen

Birma hat am Freitag auf einen Schlag 651 politische Gefangene aus der Haft entlassen. Darunter sind auch die prominentesten Dissidenten, um deren Leben Menschenrechtler gefürchtet haben. Viele waren zu mehr als 60 Jahren Haft verurteilt worden. Präsident Thein Sein erfüllte damit innerhalb von 48 Stunden die zweite große Forderung westlicher Regierungen. Zuvor hatte er einen historischen Waffenstillstand mit den Karen-Rebellen geschlossen. Die USA nehmen jetzt nach zwei Jahrzehnten wieder volle diplomatische Beziehungen zu Birma auf.

Nordkorea

Haft wegen zu wenig Trauer um verstorbenen Machthaber

Nordkorea verhängt offenbar monatelange Haftstrafen gegen Bürger, die angeblich im Dezember nicht genügend um den Tod von Machthaber Kim Jong-il getrauert haben. Die Behörden würden die Beschuldigten für mindestens sechs Monate in Arbeitslager schicken, berichtet die Internetzeitung "Daily NK" aus Südkorea. Sie beruft sich dabei auf einen Informanten im Nordosten Nordkoreas. Den Betroffenen werde vorgeworfen, sich nicht an den organisierten Trauerveranstaltungen beteiligt oder trotz ihrer Teilnahme nicht geweint oder den Eindruck erweckt zu haben, ihre Trauer sei nicht echt gewesen, hieß es.

Frankreich/Polen

Homosexuelle Partnerschaften sollen gleichgestellt werden

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wirbt um die homosexuellen Wähler. Nach seiner Wiederwahl will Sarkozy den Bund fürs Leben künftig für Menschen mit allen sexuellen Orientierungen ermöglichen, wie "Libération" berichtete. Der konservative Präsident hatte bislang in dieser Wählergruppe nur geringen Erfolg. Auch die Partei des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk will eingetragene Partnerschaften für homosexuelle Paare einführen. Tusk hatte sich im Herbst im Wahlkampf für ein Partnerschaftsgesetz ausgesprochen.