Konflikt

Iranische Medien fordern nach Anschlag Rache an Israel

Nach dem Bombenanschlag auf einen Atomwissenschaftler im Iran haben konservative Medien des Landes Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel gefordert. "Die einzige Möglichkeit, um die zwecklosen Aktionen des Feindes zu stoppen, sind Vergeltungsmaßnahmen angesichts der Ermordung iranischer Gelehrter", hieß es in einem Beitrag der iranischen Tageszeitung "Ressalat".

"Für die iranischen Geheimdienste ist die Ermordung von israelischen Beamten und Militärangehörigen sehr einfach", schrieb die ultrakonservative Zeitung "Kaihan". Dabei zitierte sie eine Äußerung des israelischen Generalstabschefs, der erklärt hatte, 2012 werde für den Iran kritisch, da "unnatürliche Dinge" geschehen würden. Die Tageszeitung "Kods" schrieb, der Westen räche sich für die iranische Ankündigung der Urananreicherung auf 20 Prozent mit dem Mord an einem Atomwissenschaftler.

Umstrittenes Atomprogramm

Der Atomforscher Mostafa Ahmadi Roschan war am Mittwoch bei der Explosion einer Autobombe in Teheran getötet worden. In den vergangenen zwei Jahren starben bei ähnlichen Anschlägen drei weitere iranische Wissenschaftler, von denen zwei am Atomprogramm forschten. Der Iran beschuldigt die USA und Israel, hinter den Anschlägen zu stecken. Wegen seines umstrittenen Atomprogramms steht der Iran international unter Druck. Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran weist dies zurück. Am Montag verkündete die Führung in Teheran, in der unterirdischen Anlage in Fordo Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern, was die Internationale Atomenergiebehörde bestätigte. Die USA und Deutschland warnten daraufhin vor einer weiteren Eskalation des Streits über das iranische Atomprogramm.