Bundeswehr

Bürokratie verzögert Hilfe für verwundete Soldaten

Der Beauftragte für traumatisierte und verwundete Soldaten im Verteidigungsministerium, Christof Munzlinger, bemängelt in seinem ersten Jahresbericht die langwierigen Verfahren zur Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB).

"Die Gründe für Kritik und Unzufriedenheit bei den Betroffenen liegen überwiegend im praktischen Vollzug, in zum Teil starr gehandhabten bürokratischen Verfahren, in fehlenden eigenen Begutachtungskapazitäten innerhalb der Bundeswehr, insbesondere für psychische Erkrankungen", schreibt der Brigadegeneral in dem Papier, das der Morgenpost vorliegt und in diesem Monat im Verteidigungsausschuss diskutiert werden soll.

Die lange Dauer der sogenannten WDB-Verfahren kritisieren regelmäßig betroffene Soldaten, die im Schnitt 18 Monate warten müssen, ehe sie Klarheit über einmalige Entschädigungszahlungen oder Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten haben. Munzlinger sieht das Hauptproblem in der Langwierigkeit der medizinischen Begutachtung. "Das Sanitätsamt ist aufgrund der unzureichenden sachlichen und personellen Ausstattung gegenwärtig nicht ausreichend in der Lage, in den rund 3600 WDB-Verfahren pro Jahr eine durchgehende eigene Begutachtung durchzuführen", schreibt der General im Bericht. Dass deshalb rund 20 zivile Außengutachter beauftragt würden, werde der Sachlage nicht immer gerecht. Um weitere Reibungsverluste zu verhindern, fordert er mehr Personal für die zuständige Stelle im Sanitätsamt.

Munzlinger ist seit November 2010 zentraler Ansprechpartner im Ministerium für verwundete und traumatisierte Soldaten.