Terror

Bin-Laden-Angehörige dürfen sich wieder frei bewegen

Gut fünf Monate nach der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden haben pakistanische Ermittler Reisebeschränkungen gegen Mitglieder seiner Familie aufgehoben. Nach einem Verhör mehrerer Witwen und Töchter des Terroristenführers gab die zuständige Untersuchungskommission bekannt, die Angehörigen würden für die weiteren Ermittlungen zu seinen Todesumständen "nicht mehr benötigt".

Sie dürften sich daher wieder frei bewegen.

Pakistan hatte die aus Saudi-Arabien und dem Jemen stammenden drei Witwen Bin Ladens und zehn ihrer Kinder in Gewahrsam genommen, nachdem der Al-Qaida-Chef bei einem nächtlichen Einsatz am 2. Mai in seinem Haus in Abbottabad erschossen worden war. Die Untersuchungskommission soll klären, wie der weltweit gesuchte Anführer des Terrornetzwerks jahrelang unbehelligt in der nordpakistanischen Garnisonsstadt leben konnte. Wie die Kommission weiter mitteilte, soll ein für die pakistanische Regierung arbeitender Arzt wegen Hochverrats vor Gericht gestellt werden. Er soll das Versteck Bin Ladens gekannt und den US-Geheimdiensten diesbezügliche Hinweise gegeben haben. Da Bin Laden in Abbottabad nahe einer der wichtigsten Militärakademien Pakistans lebte, besteht der Verdacht, dass er von pakistanischen Behörden gedeckt wurde.

Bin Laden wurde von einer US-Spezialeinheit, dem Team Six der Navy Seals, getötet. Die Operation wurde von US-Präsident Barack Obama angeordnet, der zuletzt gesagt hat, es sei nicht sicher gewesen, ob sich Bin Laden in diesem Anwesen in Abbottabad aufhielt. Der Topterrorist war bei der Operation der Navy Seals nicht bewaffnet. Bin Ladens Leiche wurde auf See bestattet. Nach der Tötung gab es schwere diplomatische Zerwürfnisse zwischen Pakistan und den USA.