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Erst Partner - dann Todfeinde

Annäherung Die Beziehungen zwischen dem Iran und Israel haben sich von versteckter Zusammenarbeit zur offenen Todfeindschaft gewandelt. Der Iran hatte als eines der ersten Länder den 1948 gegründeten Staat der Juden faktisch anerkannt. Auch wenn die formelle diplomatische Anerkennung ausblieb, hatte Israel im von Schah Mohammed Reza Pahlavi beherrschten Iran eine ständige Vertretung, die die Funktionen einer Botschaft wahrnahm. Kernpunkte der Kooperation waren die Hilfe des Iran bei der Auswanderung von Juden, eine versteckte Militärzusammenarbeit und die Versorgung Israels mit Öl.

1,2 Milliarden Euro soll Teheran von 1975 an in gemeinsame Rüstungsprojekte investiert haben. Dazu gehörten der Bau einer Munitionsfabrik im Iran und die gemeinsame Entwicklung einer Mittelstreckenrakete. Revolution 1979 begann Teheran unter Revolutionsführer Ayatollah Khomeini einen Krieg der Worte. Israel wurde zum "Kleinen Satan", der mit dem "Großen Satan" USA verbündet sei. Der Name des jüdischen Staates wurde aus dem offiziellen Sprachgebrauch gestrichen, die Bekämpfung des "Krebsgeschwürs im besetzten Palästina" zu einem Eckpfeiler der iranischen Außenpolitik.

Verschärfung Seit der Wahl von Mahmud Ahmadinedschad zum iranischen Präsidenten im Jahr 2005 hat sich der Ton noch verschärft. Im August bezeichnete er in einem Interview den Holocaust als "Lüge" und verkündete seine Entschlossenheit, das "zionistische Gebilde (Israel) auszulöschen".

Waffenhilfe Dabei gab es noch im 1. Golfkrieg (1980-1988) massive israelische Waffenhilfe, mit der der Iran im Kampf gegen den Irak unter Saddam Hussein gestärkt werden sollte. In Israel leben nach Schätzungen bis zu 300 000 Juden iranischer Herkunft. Bis 1979 gab es noch rund 100 000 Juden im Iran. Nach Auswanderungswellen wird ihre Zahl heute auf 30 000 geschätzt.