Libyen

Pro-Gaddafi-Sender bestätigt Tod des Despoten-Sohns Khamis

Der syrische Pro-Gaddafi-Fernsehsender al-Rai hat mit mehrwöchiger Verspätung den Tod von Khamis al-Gaddafi, einem Sohn des untergetauchten Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi, bestätigt.

Wie der Sender am Montag berichtete, wurde Gaddafis zweitjüngster Sohn am 29. August in Tarhuna, 80 Kilometer südöstlich von Tripolis, bei Kämpfen mit den Milizen der Übergangsrates getötet. Er hatte eine Elite-Einheit des Gaddafi-Regimes kommandiert, die für ihre Grausamkeit berüchtigt war.

Mit ihm zusammen sei auch sein Cousin Mohammed Abdullah al-Senussi, ein Sohn des Geheimdienstchefs und Gaddafi-Schwagers Abdullah Senussi, getötet worden, hieß es. Es handelt sich um die erste Bestätigung des Todes von Khamis al-Gaddafi aus dem Pro-Gaddafi-Lager. Der Übergangsrat hatte dies schon Ende August vermeldet. Die damaligen Rebellen hatten allerdings den Gaddafi-Sohn schon vorher zwei Mal ohne faktische Grundlage für tot erklärt.

Die Milizen des Übergangsrates unternahmen indes am Montag einen neuen Anlauf, die Wüstenstadt Bani Walid einzunehmen, berichteten arabische Fernsehsender. Der Ort, 160 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegen, sowie einige Wohnblöcke in Gaddafis Geburtsstadt Sirte sind die letzten Positionen, in denen sich Gaddafi-Anhänger verschanzt haben. Die Truppen des Übergangsrates sind seit mehreren Wochen damit beschäftigt, den erbitterten Widerstand der letzten Gaddafi-Getreuen zu brechen.

Nach dem Hilfsangebot der Bundesregierung an Libyen sind fünf schwer verletzte Opfer des Bürgerkriegs in Hamburg eingetroffen und werden in der Hansestadt behandelt. Ein 29-jähriger Patient sei mit schweren Hirnverletzungen sofort nach dem Eintreffen am Sonntagabend auf die Intensivstation verlegt worden, teilte das Asklepios Westklinikum Hamburg am Montag mit. Die übrigen vier Patienten seien relativ stabil. Die Männer im Alter zwischen 23 und 30 Jahren seien bei ihrer Ankunft froh gewesen, in Deutschland zu sein, sagte ein Sprecher. Ein 50-köpfiges Team kümmere sich in der Klinik um die libyschen Patienten.