Wahlstimmen

Die Stimmen zum Wahlausgang und möglichen Koalitionen

Das Wahlergebnis hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Soll es eine rot-grüne Koalition oder eine große Koalition geben? Stimmen zum Wahlausgang.

Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister Neukölln (SPD): "Ich bin sehr für stabile Mehrheiten. Wenn Rot-Grün nur eine oder zwei Stimmen mehr als die Opposition hat, dann ist das nicht stabil genug. Mit den Grünen habe ich in Neukölln keine guten Erfahrungen gemacht."

Klaus Schütz, ehemaliger Regierender Bürgermeister (SPD): "Das Wahlergebnis gefällt mir ausgesprochen gut. Es ist wichtig, dass Klaus Wowereit Regierender Bürgermeister bleibt. Er hat ein Händchen für diese Stadt. Ich würde eine Koalition mit den Grünen begrüßen."

Eberhard Diepgen (CDU), ehemaliger Regierender Bürgermeister: "Wichtig ist, dass Rot-Rot keine Mehrheit mehr hat. Frank Henkel sollte mit klaren inhaltlichen Forderungen an den Regierenden Bürgermeister herangehen. Jetzt kommt es darauf an, dass inhaltliche Fragen wie die Sicherheitspolitik, die Wohnungs- und Industriepolitik, aber auch die Bildung in den Vordergrund gestellt werden. Die CDU ist unter Frank Henkel zu einer sozialen Großstadtpartei geworden."

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer: "Ich wünsche mir einen Senat mit Koalitionsvertrag, wo Wirtschaft eine größere Rolle spielt. Da ist es mir zunächst egal, ob es Rot-Grün oder Rot-Schwarz wird. Das Thema Wirtschaft haben fast alle Parteien im Wahlkampf deutlich thematisiert, das muss sich im Programm des neuen Senats widerspiegeln. Zur Piratenpartei kann ich nur sagen: Ich hoffe, sie können den Anforderungen an eine Parlamentsfraktion gerecht werden. Inhaltlich kam ja noch nicht so viel von ihnen."

Axel Ekkernkamp, ärztlicher Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin: "Für den Ostteil der Stadt hatte ich mir einen größeren Rückhalt für die CDU erhofft. Die Zukunftsthemen lauten jetzt Drehkreuz Schönefeld, der Ausbau der Autobahn A 100 und die Bekämpfung der Kriminalität. Klaus Wowereit und Frank Henkel haben gemeinsam das Zeug dazu, Berlin richtig nach vorne zu bringen."

Eric Schweitzer, Präsident der Industrie- und Handelskammer: "Wichtig ist: Berlin wird eine Zwei-Parteien-Regierung bekommen. Das garantiert Stabilität für den nächsten Senat. Ich habe zunächst keine Präferenz. Ob Rot-Grün oder Rot-Schwarz: Uns ist wichtig, was im Koalitionsvertrag steht, um die Wirtschaft in der Stadt voranzubringen. Zum Erfolg der Piratenpartei muss ich sagen: Ich kenne keine der handelnden Personen dort. Wir werden mal sehen, ob da wirklich mehr kommt als die Forderung nach freiem Internet."

Hermann Gröhe, Generalsekretär der Bundes-CDU: "Die Berliner CDU hat nach einem sehr bürgernahen Wahlkampf zugelegt. Rot-Rot ist abgewählt, beide haben verloren. Der Ball liegt jetzt bei Klaus Wowereit. Er hat zwar eine Präferenz für Rot-Grün erkennen lassen, aber man sieht an Themen wie dem Ausbau der Stadtautobahn A 100, dass das problematisch sein kann. Die CDU läuft jedoch niemandem hinterher."

Christian Lindner, Generalsekretär der Bundes-FDP: "Das Ergebnis in Berlin ist ein Tiefpunkt für die FDP und ein Weckruf zugleich. Die Berliner FDP hat in einem sehr schweren Umfeld gekämpft. Für die Liberalen in der Hauptstadt hat es keine Gestaltungsperspektive mehr gegeben."

Walter Momper (SPD), Präsident des Abgeordnetenhauses: "Womöglich hat die SPD Stimmen an die Piratenpartei verloren. In Berlin herrscht ein harter und scharfer Wettbewerb und die Regierungspartei steht immer in besonderer Kritik. Jetzt haben wir die Wahl, mit wem wir eine Koalition bilden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat das letzte Wort."