Umstritten

CDU-Vorstände kritisieren Müllers Wechsel ans Verfassungsgericht

Der offenbar geplante Wechsel des ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) an das Bundesverfassungsgericht ruft selbst in seiner eigenen Partei immer schärfere Kritik hervor.

"Ein solcher Wechsel macht das höchste deutsche Gericht angreifbar. Wenn wir den Wechsel von Vorständen in den Aufsichtsrat kritisieren, kann man nicht aus der ersten Reihe der Politik direkt nach Karlsruhe wechseln", sagte CDU-Vorstandsmitglied Hendrik Wüst der "Bild"-Zeitung. Der Chef der 57 000 Mitglieder starken Senioren-Union, Otto Wulff, warf Müller vor, den Willen der Wähler zu missachten. "Wenn ich für eine Legislaturperiode antrete, dann halte ich sie auch durch. Das ist man dem Wähler schuldig - auch wenn neue Zukunftsperspektiven persönlich wünschenswerter erscheinen", sagte Wulff "Spiegel online". Müller schade mit seinem Wechsel auch der Union, sagte Wulff, der auch zum Bundesvorstand der CDU gehört. "Müller geht. Koch geht. Oettinger geht. Von Beust geht. Köhler geht. Das darf nicht die Regel sein." Sonst schade man "denen in der Union, die einem zu dem Erfolg verholfen haben". Müller soll dem Vernehmen nach im Herbst dem dann ausscheidenden Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio folgen.