Umstrittenes Bahnprojekt

Deutsche Bahn vergibt Aufträge für Stuttgart 21

Die Deutsche Bahn hat den Kompromissvorschlag des Stuttgart-21-Schlichters Heiner Geißler abgelehnt und Bauaufträge für das Projekt im Gesamtwert von 700 Millionen Euro vergeben, wie Vorstandsmitglied Volker Kefer sagte.

Unter anderem geht es um Tunnelarbeiten. Die für November geplante Volksabstimmung will die Bahn nicht abwarten.

Geißler hatte am Freitag überraschend eine Kombination vorgeschlagen: den oberirdischen Kopfbahnhof für den Nahverkehr zu nutzen und den geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhof für den Fernverkehr. Das Projekt Stuttgart 21 sieht bislang einen Tiefbahnhof anstelle des Kopfbahnhofs vor. Die Kosten für den Neubau sind mit 4,1 Milliarden Euro veranschlagt.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), ein strikter Stuttgart-21-Gegner, forderte eine ernsthafte Prüfung des Vorschlags von Geißler. Auch Geißler selbst warb erneut für sein Konzept.

Die Deutsche Bahn entgegnete, der Kompromiss würde das Projekt um zehn Jahre zurückwerfen. Für die vorgeschlagene Kombination gebe es keinerlei Planfeststellung. Das Bundesverkehrsministerium kündigte an, den Vorschlag zu prüfen, allerdings sagte Minister Peter Ramsauer (CSU): "Das ist nichts Neues, sondern eine uralte Variante, die vor vielen Jahren bereits schon einmal verworfen wurde."

( dpa )