Todesurteil

Berlin will Hinrichtung eines Deutschen verhindern

Die Bundesregierung will die Hinrichtung eines Deutschen verhindern, der seit fast 25 Jahren in den USA in der Todeszelle sitzt.

Ihr Menschenrechtsbeauftragter Markus Löning (FDP) appellierte am Dienstag an die USA, den 48-jährigen Michael Apelt und seinen drei Jahre älteren Bruder Rudi nach Deutschland zu überstellen. Sie waren wegen eines Mordes im Dezember 1988 zum Tode verurteilt worden. Das Urteil gegen Rudi Apelt wurde inzwischen in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Die Brüder waren schuldig gesprochen worden, der Frau von Michael Apelt an Weihnachten 1988 kurz nach der Heirat die Kehle durchgeschnitten zu haben. Angeblich wollten sie mehrere Hunderttausend Dollar aus einer Lebensversicherung kassieren. Ihre Strafen verbüßen sie im Gefängnis von Florence im US-Bundesstaat Arizona, wo sie Löning während einer USA-Reise besuchen konnte. Nach Angaben des Menschenrechtsbeauftragten droht Michael Apelt die Hinrichtung. "Wir bemühen uns, die Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern."

Das Todesurteil gegen Rudi Apelt wurde aufgehoben, weil er als "geistig zurückgeblieben" gilt. Löning setzte sich auch für die Freilassung des Bundesbürgers Jens Söring ein, der wegen eines Doppelmordes in den USA im Gefängnis sitzt. An seiner Schuld gibt es mittlerweile massive Zweifel. Der FDP-Politiker appellierte an die USA, generell keine Todesurteile mehr zu verhängen. "Es ist für uns außerhalb jeder Diskussion, dass die Todesstrafe abgeschafft werden muss."

( dpa )