Gesundheit

Organspenden: Kauder gegen Widerspruchslösung

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, lehnt im Streit über Organspenden eine Erklärungspflicht der Bürger ab. "Organspenden sind eine höchstpersönliche Angelegenheit. Sie betreffen die menschliche Würde, die auch nach dem Tod zu achten ist. Deshalb darf es hier keinen staatlichen Zwang geben", sagte Kauder der Berliner Morgenpost.

Damit wandte sich Kauder gegen Vorschläge, dass sich jeder Bürger einmal im Leben dazu äußern muss, ob er zur Organspende nach seinem Tod bereit ist. "Meiner Auffassung nach darf der Staat niemanden zwingen, eine solche Erklärung abzugeben", sagte Kauder. "Der Staat tritt wegen der Bedeutung von Organspenden für viele schwer erkrankte Menschen einmal an seine Bürger heran und fragt sie, ob sie zur Spende bereit wären." Doch dabei dürfe nicht mehr geschehen, als "dass der Staat seine Bürger schlicht fragt". Dies, so Kauder, könne etwa bei der Aushändigung des Führerscheins geschehen: "Denkbar wäre, an die Bürger nach dem Erwerb des Führerscheins heranzutreten, ob sie zur Organspende bereit wären - verbunden mit der Aushändigung des entsprechenden Aufklärungsmaterials."

Die Menschen wären aber selbstverständlich frei, ob sie einen entsprechenden Fragebogen überhaupt beantworten. Er werde sich "für eine solche Lösung auch in den kommenden Monaten einsetzen", kündigte Kauder an. Entsprechend lehnt Kauder die noch weiter gehende Widerspruchslösung ab, bei der die Zustimmung zur postmortalen Organspende als erteilt gilt, wenn man ihr nicht ausdrücklich widerspricht.