CSU

Terrorexperte hält Friedrichs Präventionsgipfel für Fehlschlag

Der Präventionsgipfel von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat nach Ansicht von Kritikern sein Ziel verfehlt.

Die eigentliche Zielgruppe radikaler junger Muslime sei überhaupt nicht angesprochen worden, sagte der Terrorismus- und Islamexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Guido Steinberg, am Sonnabend im Deutschlandradio Kultur. Auch die Islamkritikerin Necla Kelek warnte vor einer Radikalisierung junger männlicher Muslime.

Sicherheitsexperten und Vertreter muslimischer Verbände hatten bei dem Treffen am Freitag in Berlin über Maßnahmen gegen eine Radikalisierung von Jugendlichen durch Internetpropaganda und extremistische Netzwerke gesprochen. Friedrich sprach nach dem Treffen von einem Signal, dass man den Kampf gegen Radikalisierung und Terror aufnehme. Zugleich rief er die Bevölkerung zu mehr Wachsamkeit auf. Steinberg sieht das Ziel des Treffens jedoch verfehlt. Junge Dschihadisten radikalisierten sich vor allem in salafistischen Moscheen und Kulturzentren: "Das ist die Zielgruppe, die solche Deradikalisierungsmaßnahmen betreffen müssten. Die sind allerdings hier weder vertreten, noch sind sie wirklich das vordringlichste Thema gewesen."