Gesundheit

EHEC-belastete Sprossen jetzt auch in Frankreich

Nach der Entdeckung des EHEC-Erregers auf Sprossen eines niederländischen Biohofes ist der lebensgefährliche Keim jetzt auch bei zwei Patienten in Frankreich festgestellt worden.

Gesundheitsbehörden registrierten in der Stadt Bordeaux insgesamt zehn Fälle von EHEC-Infektionen. Bei zwei von ihnen sei derselbe Erreger wie in Deutschland festgestellt worden, teilten die Behörden mit. Die französischen Gesundheitsbehörden führen den Ausbruch auf Sprossen eines britischen Händlers zurück. Der Verkauf von Bockshornklee, Senfsprossen und Rucolasprossen der Firma Thompson & Morgan wurde gestoppt, wie Handelsminister Frederic Lefecre erklärte.

Die britische Gesundheitsbehörde geht den Vorwürfen nach. Die Behörde habe bei dem Saatgut- und Pflanzenversand nähere Informationen angefordert, berichtete der britische Sender BBC am Sonnabend. Die Firma aus Ipswich sieht keine Beweise für eine Verbindung zwischen den Produkten der Firma und den Fällen in Frankreich, so ein Unternehmenssprecher.

In Deutschland werden die gefährlichen EHEC-Erreger nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums derweil vor allem von Mensch zu Mensch übertragen. Neuerkrankungen gingen meist auf Sekundärinfektionen durch Haushaltangehörige zurück. Über ihr weiteres Vorgehen wollen am Montag Vertreter aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hamburg und Bremen im mecklenburgischen Boizenburg sprechen. Bundesweit sind über 3000 Menschen erkrankt, 43 sind gestorben. Die Krise hat Brandenburger Agrarbetriebe bislang 700 000 Euro gekostet.

( dpa;dapd )