Gesundheit

EHEC: Warnung vor selbst gezogenen Sprossen

Zur Vorsorge gegen den gefährlichen Darmkeim EHEC sollten Verbraucher auch auf selbst gezogene rohe Sprossen verzichten. Der Verdacht habe sich erhärtet, dass Saatgut mit dem Bakterium belastet sei, teilte das Bundesinstitut für Risikoforschung mit.

Bei einer Familie aus Niedersachsen bestehe der Verdacht, dass selbst gezogene Sprossen Ursache für eine EHEC-Erkrankung seien. Allerdings habe der Erreger noch nicht in den Samen nachgewiesen werden können. Am Freitag waren Sprossen aus einem niedersächsischen Betrieb als eine Quelle der EHEC-Infektionswelle ausgemacht worden. Bislang ist ungeklärt, ob der Erreger durch verunreinigtes Saatgut oder durch bereits infizierte Mitarbeiter auf die Sprossen gelangte. Auch nach der Lokalisierung der Infektionsquelle ist der Kampf gegen den gefährlichen Darmkeim nicht zu Ende. In Deutschland werde es künftig immer wieder zu EHEC-Ausbrüchen kommen, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Bild am Sonntag".

In Brandenburg sind über Pfingsten zwei weitere Verdachtsfälle auf eine EHEC-Infektion bekanntgeworden. Die beiden Patienten kommen aus dem Havelland. Damit ist die Zahl der Verdachtsfälle auf 14 gestiegen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Bei zehn Patienten ist eine Erkrankung bestätigt worden. Fünf Patienten leiden am hämolytisch-urämischen Syndrom, wodurch die Nieren geschädigt werden können.