Japan

Trommeln gegen Atomkraft

Drei Monate nach der Atomkatastrophe in Fukushima sind in Japan Tausende Menschen gegen Atomkraft auf die Straße gegangen. Allein in Tokio zogen am Sonnabend mehrere Tausend Menschen am Firmensitz des Kraftwerkbetreibers Tepco vorbei.

Im ganzen Land gedachten die Menschen mit einer Schweigeminute der Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März, in deren Folge es zu dem schweren Atomunfall in Fukushima gekommen war.

Unterdessen gerät Shizuoka, die Hauptstadt des weltberühmten grünen Tees, in den Sog der Fukushima-Krise. Bei einer Stichprobe der ersten Ernte hat eine Versandfirma nun radioaktive Strahlung, die über dem legalen Limit liegt, gemessen. Da die Entdeckung eher ein Zufallstreffer war, mussten die Behörden inzwischen zugeben, dass frühere Ladungen eventuell ebenso belastet waren. Zunächst hatte die Präfektur Shizuoka den in Tokio ansässigen Mail-order-Händler aufgefordert, die Entdeckung nicht publik zu machen. Gestern nun, nachdem die Nachricht an die Öffentlichkeit drang, wurde begonnen, Teeauslieferungen zurückzurufen.