USA

Alaska veröffentlicht Sarah Palins E-Mails

Regierungsbehörden im US-Staat Alaska haben am Freitag über 24 000 Seiten mit E-Mails der früheren Gouverneurin Sarah Palin veröffentlicht. Die Mails könnten einen Einblick in ihre Amtsführung vor ihrer Kandidatur für das Amt der US-Vizepräsidentin bei der Wahl 2008 geben.

Erste Stichproben aus den sechs Kisten mit E-Mails zeigten, dass Palin unter anderem mit Gerüchten über ihre Familie zu kämpfen hatte. Die Veröffentlichung der Mails wurde noch während des Wahlkampfs von Bürgern und Medienorganisationen beantragt.

Die fast dreijährige Verzögerung wurde mit der riesigen Menge der Daten und der Flut von Anfragen begründet. Der US-Staat Alaska veröffentlichte die Mails am Freitag ausschließlich in Papierform und forderte die Medien auf, jeweils mehrere Kisten mit Dokumenten in der nur aus der Luft oder über das Wasser erreichbaren Hauptstadt Juneau abzuholen. So drängten sich am Freitag zahlreiche Reporter und Fotografen in ein kleines Büro, um die Kisten mitzunehmen. Die Abgeschiedenheit Juneaus und die schlechte Internetverbindung machten auch den Journalisten die Arbeit schwer. Die "New York Times" kündigte an, Leser zu engagieren, um die E-Mails so schnell wie möglich nach möglichen Skandalen zu durchforsten. Ob sich in den Schriftstücken wirklich irgendwelche Skandale verbergen, ist allerdings ungewiss. Palin selbst sagte dem Sender Fox News am Sonntag, sie mache sich keine Sorgen wegen der Veröffentlichung. Anwälte Palins hatten die Gelegenheit, den Schriftverkehr auf eine mögliche Verletzung der Privatsphäre hin zu prüfen. Clive Thomas, ein langjähriger politischer Beobachter der Politikerin, sagte, Gegner Palins hofften vermutlich auf Enthüllungen, die sie politisch erledigen könnten. Ihren Anhängern sei der Inhalt der Mails vermutlich egal, sie änderten ihre Meinung über Palin wohl kaum.

Die Mails betreffen die Zeit von Palins Amtsantritt als Gouverneurin im Dezember 2006 bis zu ihrer Nominierung als Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner im September 2008. In den Monaten vor ihrer Nominierung war sie unter anderem mit Gerüchten über sich und ihre Familie beschäftigt, wie erste Stichproben bei den E-Mails ergaben. In einer Mail will sie wissen, wer behauptet habe, sie hätte ihren Sohn Trig nicht ordentlich im Sitz festgeschnallt. In einer anderen beschwert sie sich über schlechtes Gerede über ihre Familie und ihre Ehe.