Religion

Kirchentag endet mit Appell zu mehr Bürgerbeteiligung

Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel mit rund 120 000 Menschen endete am Sonntag der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dresden. Die Veranstalter formulierten einen Appell zu mehr Bürgerbeteiligung.

Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt forderte eine stärkere Beteiligung der Menschen an wichtigen Entscheidungen. "Wir wollen keine Von-oben-Politik, sondern sind die Dafür-Republik", sagte die Grünen-Politikerin und verlangte offene Diskussionen zum Beispiel über Großprojekte, die künftige Energieversorgung und das Gesundheitssystem.

Mit gut 118 000 Dauerteilnehmern fand das fünftägige Protestantentreffen unter dem Leitwort "... da wird auch dein Herz sein" unerwartet hohe Resonanz. Mit Blick auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr forderte der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider den Vorrang von Diplomatie und Politik vor Vergeltung und Militärschlägen. Er habe die große Sorge, dass die Politik eher auf "einfachere und schnellere Lösungen" wie einen Militäreinsatz baue, statt sich mit komplizierteren Alternativen auseinanderzusetzen. In einer Resolution mahnten Kirchentagsteilnehmer zur Eile bei der anstehenden Energiewende und forderten ein Ende der Kernkraft bis 2017.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat die evangelische Kirche zu einem offeneren Umgang mit Homosexualität aufgerufen. "Bei dem Thema kann die Kirche Motor sein und sollte nicht Bremsklotz sein", sagte der homosexuelle Politiker bei einer Diskussion. Am Rande des Kirchentags plädierte er erneut für einen großen Gottesdienst beim Papstbesuch in Berlin.