Nationaler Familientag

Papst wirbt für Kroatiens EU-Beitritt

So ist in Kroatien in den vergangenen Jahren selten über Europa gesprochen worden: Nicht auf Mindeststandards, die für einen EU-Beitritt erreicht werden müssen, ging Benedikt XVI. in seiner Predigt vor rund 400 000 Menschen am Sonntag ein.

Vielmehr sprach der Papst auf dem Gelände der Pferderennbahn von Zagreb über grundlegende Wertvorstellungen, die die kroatischen Katholiken seit jeher prägen und die in dieser Form nicht im Brüsseler Kriterienkatalog vorgegeben werden: den Schutz und die Wertschätzung der Familie. Leider breite sich gegenwärtig insbesondere in Europa eine Säkularisierung aus, die zu einer Ausgrenzung Gottes und einer zunehmenden Auflösung der Familie führe, sagte Benedikt XVI.

Der Erste Nationale Familientag der kroatischen Katholiken war der offizielle Anlass der zweitägigen Papstreise. Bestimmendes Thema in der öffentlichen Debatte war jedoch zuvor der EU-Beitritt. In der Tradition seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978 - 2005), der zu den entschiedensten Befürwortern eines EU-Beitritt Kroatiens gehörte, hatte der Papst schon auf dem Flug nach Zagreb bekräftigt, dass dieser Schritt "logisch, richtig und notwendig" sei.

Über Kroatien und Europa hinaus wies die Grundsatzrede des Papstes im Nationaltheater über das Gewissen und die Gewissensfreiheit als Grundlage der Demokratie. Die auf den Errungenschaften von Menschenrechten und Freiheit fußenden Demokratien müssten für ihr Fundament, die Religion, offen sein.