Bildung und Betreuung

400 000 Kräfte für Kitas und Schulen bis 2025 nötig

Der Ausbau der Kleinkindbetreuung und der Schulsozialarbeit wird nach Einschätzung von Experten einen Bedarf von rund 400 000 Fachkräften bis zum Jahr 2025 nach sich ziehen.

"Vor allem die Schulen müssen mit sozialpädagogischer Kompetenz aufgeladen werden", sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), Norbert Struck, am Freitag in Berlin bei der Vorstellung der Fachkräfte-Studie. Sie wurde vom Deutschen Jugendinstitut und der Technischen Universität Dortmund erstellt.

Struck verwies darauf, dass die Bundesregierung den Fachkräftemangel vor allem über die Vollzeitbeschäftigung von Frauen beheben wolle. Dafür müsse die Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden. Zudem gibt es ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige.

Um diesen "U-3-Ausbau" gewährleisten zu können, müssen der AGJ-Studie zufolge bis 2025 rund 140 000 Stellen neu geschaffen werden. In den Kitas würden 87 000 zusätzliche Erzieherinnen benötigt, daneben 50 000 Fachkräfte in der Tagespflege, also Tagesmütter und -väter, sowie 50 000 Fachkräfte für die Ganztagsbetreuung. Rund 100 000 Fachkräfte in diesen Bereichen gehen bis 2025 in Rente, weitere 40 000 scheiden vorzeitig aus. Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass allein für die Kinderbetreuung 340 000 Fachkräfte neu eingestellt werden müssen. Die Schulen müssten deutlich ihre Personalstrukturen ändern, sagte Struck. Als Ganztagsschulen seien sie keine "Unterrichtsschulen" mehr. Zehn Prozent des Personals müssten Sozialarbeiter sein. Struck geht von einem Bedarf von 75 000 aus. Zusammen mit dem Kleinkindbereich ergibt das laut AGJ einen Bedarf an 415 000 Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe bis 2025.

( epd )