Terror

Sicherheitsbehörden prüfen Bericht über Tod eines Islamisten

Die deutschen Sicherheitsbehörden prüfen den angeblichen Tod eines deutschen Islamisten in Afghanistan. Ein Propagandavideo, in dem der Tod des Mannes verkündet wird, werde derzeit ausgewertet, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Das Video passe "ins Bild" anderer Veröffentlichungen dieser Art aus islamistischen Kreisen und sei auf einer "üblichen Webseite" eingestellt worden. Die Identität des in dem Film genannten und gezeigten Mannes werde jetzt ermittelt.

Laut "Spiegel online" stammt das Video von der Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU). Darin werde der Tod eines aus Afghanistan stammenden Mannes verkündet, der in Essen gelebt haben soll. Der Mann mit dem Namen Abdullah, der den Kampfnamen Miqdaad verwendet habe, sei am 20. März 2011 nahe der Stadt Kundus in Nordafghanistan in einem Gefecht mit US-Soldaten getötet worden.

Die Sprecherin des Verfassungsschutzes sagte, der in dem Video genannte Name des Mannes sei bisher im Zusammenhang mit islamistischen Aktivitäten nicht bekannt. Verschiedene Sicherheitsbehörden, darunter das Bundeskriminalamt, arbeiteten bei den Ermittlungen zusammen.

Unterdessen wurde bekannt, dass ein 21-jähriger Österreicher wegen des Verdachts der Unterstützung einer islamistischen Terrororganisation in Deutschland im Gefängnis bleiben muss. Wie die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mitteilte, erließ der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen Maqsood L. Er soll versucht haben, für die "Deutschen Taliban Mujahideen" (DTM) Kämpfer für den "Heiligen Krieg" (Dschihad) anzuwerben und Gelder für die Vereinigung beschafft haben. Maqsood L. war wegen eines anderen Vergehens von Österreich mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht und am 16. Mai in Berlin verhaftet worden. Seitdem saß er in Auslieferungshaft. Die Auslieferung ist mit dem deutschen Haftbefehl vorerst gestoppt, bis das Verfahren in der Bundesrepublik abgeschlossen ist.