Enttarnt

Atomprogramm: Iran will 30 US-Spione festgenommen haben

Der Iran hat angeblich ein Spionagenetzwerk der USA zerschlagen. 30 Agenten seien festgenommen worden, hieß es ohne Nennung ihrer Nationalität am Sonnabend in einer Erklärung des Geheimdienstministeriums, die im Staatsfernsehen verlesen wurde.

Ziel des "Spionage- und Sabotagenetzwerks" mit Verbindungen zum US-Geheimdienst CIA sei es unter anderem gewesen, über das iranische Atomprogramm und die Verteidigungspolitik Informationen zu sammeln.

Die Spione seien bei einer "Operation im Innern und außerhalb des Landes" enttarnt worden, hieß es in der Erklärung des Ministeriums, in der kein Zeitpunkt der Aktion genannt wurde. Die Agenten des US-Geheimdienstes hätten versucht, iranischen Bürgern "eine Falle zu stellen", in dem sie ihnen Visa angeboten sowie Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen in den USA versprochen hätten.

Aufgabe der Agenten sei es gewesen, Informationen über die iranischen "Atom-, Luftfahrt-, Verteidigungs- und Biotechnologie-Aktivitäten" zu sammeln. Darüber hinaus sei versucht worden, "detaillierte Angaben" über Erdöl- und Gasleitungen, das Strom- und Telekommunikationsnetzwerk sowie über Flughäfen und Banken zu erlangen.

Um an Informationen zu iranischen Wissenschaftszentren und Universitäten zu kommen, habe der Spionagering mit mehreren Botschaften und Konsulaten der USA zusammengearbeitet, unter anderem mit den US-Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Malaysia und der Türkei.

Der Iran wirft den USA regelmäßig Spionage vor und vermeldet häufig, Agentennetzwerke zerschlagen zu haben. Derzeit müssen sich drei US-Wanderer wegen angeblicher Spionage in Teheran vor Gericht verantworten. Beide Länder haben ihre diplomatischen Beziehungen 1980 abgebrochen, nachdem im Zuge der Islamischen Revolution radikale Studenten im November 1979 Diplomaten in der US-Botschaft in Teheran als Geiseln genommen hatten.