Demonstrationen

Syrische Armee schickt Panzer in Protesthochburg

Die syrischen Streitkräfte belagern nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten seit Sonnabendmorgen die Küstenstadt Banias. Panzer rückten in die Stadt ein, vor der Küste wurden Kanonenboote stationiert.

In drei sunnitischen Dörfern knapp südlich der Stadt seien Hausdurchsuchungen und Festnahmen durchgeführt worden, hieß es weiter. Es drangen kaum Informationen nach außen, Telefonverbindungen mit der Stadt und deren Umland waren unterbrochen, auch die Stromleitungen wurden gekappt.

"Banias ist jetzt von allen Seiten umstellt, niemand kann hinaus" sagte ein Bewohner der Stadt. Die Streitkräfte hätten außerdem die ehemalige Kreuzfahrerburg Margat eingenommen, die auf einem Hügel über Banias liegt.

Die Stadt wird seit dem 25. April belagert, als Syrien Panzer und Scharfschützen in die Stadt schickte und Strom- und Telefonleitungen kappte. Die Regierung hatte am Donnerstag das Ende einer elftägigen Militäroperation angekündigt, laut Bewohnern hätten die Truppen die Straßen aber nicht verlassen. Banias, eine der wichtigsten Städte für den syrischen Ölexport, hat eine potenziell explosive religiöse Mischung aus Sunniten und Alawiten, der Religionsgruppe von Präsident Assad.

Die UN wollen ein Team nach Syrien entsenden, um die Lage zu untersuchen. Die am Freitag beschlossenen Sanktionen der Europäischen Union gegen das Regime dürften kommende Woche in Kraft treten. Beide Schritte werden als schwere Schläge für Assad gesehen, der in seinen elf Jahren an der Macht versucht hatte, sein Land aus dem internationalen Abseits zu manövrieren. In Washington forderte der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner, von der syrischen Regierung einen Verzicht von "Gewalt gegen unschuldige Bürger, die nur demonstrieren und versuchen, ihre Hoffnungen für eine demokratischere Zukunft darzulegen".