Bildungspaket: Leyen für Briefe an Hartz-IV-Bezieher

Die Anlaufschwierigkeiten beim Bildungspaket für bedürftige Kinder haben einen Tag vor dem Treffen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit Ländern und Kommunen für Debatten gesorgt.

Entgegen ersten Darstellungen plant von der Leyen keinen Brief an alle Familien, die Hartz-IV-Leistungen beziehen. Ein Sprecher sagte, für die Umsetzung seien die Kommunen zuständig. Die Ministerin befürworte es aber, alle Familien anzuschreiben.

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Frank Steffel (CDU) kritisierte das fehlende Interesse an Bildungsgutscheinen scharf. "Während sich viele Alleinerziehende mit bescheidenem Einkommen ein Bein ausreißen, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, scheint es leider auch Eltern zu geben, denen die Teilhabe ihrer Kinder egal ist", sagte er der "B.Z". Steffel vermutet, dass viele Eltern aus Hartz-IV-Familien die Gutscheine nicht wollen, weil sie sich nicht zu Bargeld machen ließen. "Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen." Der Berliner Bildungsforscher Klaus Hurrelmann fordert eine Überarbeitung des Bildungspakets. Anstatt den Familien auf Antrag Unterstützung für die Bildung der Kinder zu gewähren, sollte das Geld direkt in Kindertagesstätten und Schulen fließen, sagte Hurrelmann.