Libyen

Gaddafi kämpft mit Streubomben - den Alliierten geht Munition aus

Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben bei einem Angriff auf die Rebellen-Hochburg Misrata offenbar Streubomben eingesetzt. Das berichteten Menschenrechtsaktivisten und Rebellen.

Streubomben gelten als besonders große Bedrohung für die Zivilbevölkerung, weil sie aus zahlreichen kleineren Sprengkörpern bestehen, die über große Gebiete verteilt werden. Die libysche Regierung bestritt den Einsatz solcher Bomben. Die Rebellen teilten mit, auf die strategisch wichtige Stadt Brega vorgestoßen zu sein.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete, Gaddafi-Truppen hätten Streubomben auf Wohngebiete in der westlichen Stadt Misrata abgefeuert. Die Organisation habe mindestens drei Streubomben über dem Stadtviertel al-Schawahda in der Nacht zum Donnerstag explodieren sehen.

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich beunruhigt über die Berichte über den Einsatz von Streubomben. Die Nato teilte unterdessen mit, dass zusätzliche Präzisionswaffen benötigt würden. In den USA sind die Munitionsdepots zwar gut gefüllt, die Präzisionsbomben sind jedoch nicht mit den britischen und französischen Kampfjets kompatibel. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will in Deutschland eingefrorenes Vermögen von Gaddafi laut "Spiegel" für humanitäre Hilfe in dem Land zur Verfügung stellen. Es handele sich um sechs Milliarden Dollar (vier Milliarden Euro), so das Magazin.